Das Deppenzepter oder Sinn und Unsinn der Selfie-Sticks

Egal wo man ist. Überall sind sie zu sehen. Meist innerhalb von Gruppen mit zwei oder mehr Personen. Einer trägt den "heiligen" Stab vorneweg. Und dann wird das Smartphone daran gesteckt, alle heben die Köpfe zusammen, machen möglichst idiotische Gesichter und: Der Selfie wird gemacht. Oder heisst es eigentlich das Selfie?

Das Deppenzepter oder Sinn und Unsinn der Selfie-Sticks

Quelle: Pixabay.com

Auch Sascha Steinhoff vom heise Verlag beschäftigt sich in seinem Artikel "Noch zu stoppen - Der Siegeszug des Deppenzepters" mit dem Selfiestick und kreiert gleich ein neues Wort für das Stäbchen: Deppenzepter. Und Google findet gerade einmal acht Treffer für den Begriff. Steinhoff fordert: "Das muss geändert werden!"

Da lasse ich mich sicher nicht lumpen und unterstütze die Verbreitung des Begriffes doch gleich mal.

Selfie-Stick - wirklich nur was für Deppen?

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Doch halt, das Stäbchen soll hier nicht vollkommen niedergemacht werden. Ist man alleine unterwegs und will seine Aktionen dokumentieren, so ist das Ding doch einfach praktisch. Der ausgestreckte Arm ist meist zu kurz, um eine vernünftige Perspektive zu erhalten. Nicht alles, was auf Youtube landet, ist sehenswert. Jedoch geben sich viele Akteure Mühe und kommen auf beachtliche Besucherzahlen, von denen ich selbst nur träumen kann. Eine persönliche Ansprache kommt in der Regel besser an, als eine Stimme aus dem Off. Ich habe zwar keinen Stick, nutze aber Stativ und Selbstauslöser oft für einen ähnlichen Zweck.

Aber immer diese Gruppenfotos mit möglichst blöden Gesichtern? Ich bin zu alt, um das zu verstehen. Und gefährlich ist es auch noch. Ich verzichte hier auf Einbindung der entsprechenden Youtube-Videos. Wer es unbedingt sehen will, gibt bei Youtube einfach mal "Selfie Fail" ein.

Doch halt, einer muss sein, der hier:

Doch um mal ganz ehrlich zu sein: Auch ich poste mal gerne das ein oder andere Foto und natürlich freue ich mich, wenn es dann ein paar Likes für ein besonders gut gelungenes Foto gibt. Früher wurden viele von uns in den Ferien von den Eltern der Grösse nach drappiert und für einen meist unheimlich "kurzweiligen" Diaabend im grösseren Familienkreis abgelichtet. In manchem verstaubtem Fotoalbum findet sich das ein oder andere Partybild, bei dem wir nicht wirklich vorteilhaft abgelichtet sind.

So gesehen ist das Deppenzepter wahrscheinlich nur der neuste Auswuchs eines alt bekannten Phänomens.

Und viel intelligenter sehe ich mit meinem grossen Fotorucksack wohl auch nicht aus. Ich erinnere mich an den Mittag, als ich mein neues Objektiv ausprobiert habe. Ich lag im Gras und versuchte eine Blümchen ins rechte Licht zu rücken. Auf einmal standen zwei Drei-Käsehochs hinter mir.

"Was machst Du da?"

"Fotografieren."

"Was?"

"Die Pflanze da."

"Wieso?"

"Ähhhhh...."

Wie heisst es so schön? Kindermund tut Wahrheit kund.

Leider nehmen die Selfi-Stickianer häufig nicht die nötige Rücksicht auf Ihre Umgebung. Die Liste der Orte, an denen die Deppenzepter verboten sind, wird immer länger. Sportstadien, Museen, Ausstellungen, Freizeitparks... In Amerika hat tatsächlich einer mal auf einer Achterbahn so einen Stick herausgeholt, oh weia! Auch Selfie-Versuche mit Bären hat es schon gegeben. Auch das kann schief gehen...

Die Geschichte der "Deppenstange"

Ich möchte hier nicht den Wikipedia-Artikel über die Selfie-Stange abschreiben, daher nur das Wichtigste: Vorläufer gab es bereits zu Analog-Zeiten. Den eigentlichen Selfie-Stick erfand der Kanadier Wayne Fromm. Obwohl er sich das Teil patentieren liess, gibt es inzwischen viele günstige Nachbauten. Wer nun unbedingt eins braucht, findet z.B. bei Amazon eine reichhaltige Auswahl:

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